Die Stadtteilschule: Entwicklung einer Kooperation


Im vergangenen Jahr wurde die bisher eher auf die Schulung der Multiplikatoren bezogene Zusammenarbeit in dem Projekt „Stadtteilschule“ erweitert: Im Sinne einer Erziehungspartnerschaft zwischen den Eltern, Lehrern, Erziehern und sozialpädagogischen Fachkräften wurden Bildungsangebote für Fachkräfte bereit gehalten und Eltern beraten.

Schlaue-Eltern-Café
Um dem Wunsch der Eltern nach einer Intensivierung der Beratung und einem eigenen Raum gerecht zu werden, wurde auch in diesem Förderzeitraum das Café für „schlaue Eltern“ weitergeführt. Engagierte Eltern fungierten als Multiplikatoren und brachten viele eigene Ideen ein: Beratungsrunden zu Spielplätzen, Gestaltung von Festen im schulischen und privaten Rahmen, Informationsaustausch zu Beratungsstellen bei familiären Schwierigkeiten und schlussendlich – Unterstützungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge aus der Unterkunft in der C.-Neher-Straße.

Kooperationen
Ziel war es, die Schule zu einem Ort, werden zu lassen an dem Eltern und Kinder die Verschiedenheit als Herausforderung und Bereicherung sowie als Merkmal des Individuums begreifen können. Dazu wurde u. a. eine Kooperation mit der Fritz-Karsen-Schule angebahnt, um den Menschen der hiesigen Grundschule Lebensentwürfe und -modelle in einem anderen kulturellen Zusammenhang erlebbar zu machen. Die Schulpartnerschaft befindet sich noch im Anfangsstadium und wird in den nächsten Wochen von den beiden beteiligten Schulen vorangetrieben.

Bildungsangebote und Vernetzung
Es wurden auch in diesem Entwicklungsabschnitt Bildungsangebote für Eltern und Fachkräfte durch das Projekt zur Verfügung gestellt (ElternBILDUNGSabende), die in die Gestaltung der regulären Elternabende an der Schule bzw. im KJFZ zu vorab mit Lehrern und Eltern vereinbarten Themen (z.B. Schulunlust/Was gehört in die Brotdose?/Wozu werden Elternvertreter gebraucht und was machen sie?/Leseförderung zu Hause) durchgeführt wurden.

Gute Vernetzung konnte mit den Elternvertretern der Schule durch deren GEV-Sitzungen (quartalsweise Stammtische) im Familienzentrum erreicht werden. Über diese Multiplikatoren konnten auch Klassenaktivitäten im Familienzentrum (Schulgartenprojekt, Fasching), Klassenelternabende und Abschlussfeiern organisiert werden, die auch die Schule nunmehr in den unmittelbaren Stadtteil öffneten. Damit verbunden war eine hohe Beteiligung vieler Schüler, auch über den Schülerklub „Schatzkiste“ des Haus „Aufwind“.

Fazit
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Grundschule am Schleipfuhl wurde schnell klar, wie wichtig die Stärkung der gesamten Familie für eine positivere Entwicklung der Kinder ist. In einer strukturschwachen Region ist die Hemmschwelle für Eltern in die Schule ihrer Kinder zu kommen, zu hospitieren oder gar im Unterricht mitzuarbeiten, relativ groß. Mit dem „Schlaue Eltern“- Café und den angeschlossenen Beratungsangeboten wurde ein niederschwelliger Zugang im Sinne einer Erziehungspartnerschaft eröffnet. Über das Medium „Elterncafé“ konnte die Situation dieser Menschen aufgegriffen werden, über Austausch mit anderen Eltern Anregungen für Erziehung zu vermitteln und sich stärker in die Bildung der eigenen Kinder einzubringen.
Das „Schlaue Eltern“- Café lud dazu ein, in gemütlicher Runde bei Kaffee und Tee andere Eltern kennen zu lernen, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen und Gedanken auszutauschen. Es bot die Möglichkeit, Tipps, Anregungen und Termine zu Veranstaltungen und Kursen zum Alltag in der Familie zu erhalten und sich zu Erziehungs- und anderen Fragen auszutauschen und Informationen zu erhalten. Auch über die Möglichkeit der Betreuung der Kinder an den Elternabenden und -sprechtagen wurde den Eltern der Kontakt zur Schule erleichtert, Hemmschwellen konnten im besten Fall überwunden werden.

Ausblick
Die Ergebnisse des Projektes sollen zum Ende der Laufzeit gemeinsam ausgewertet werden (Schule, Koordination Stadtteilschule und Jugendamt) und in daraus resultierend gestaltete Angebote überführt werden. Das kann u. A. Bildungsangebote für Eltern (z.B. Eltern-AG an Grundschule), Angebote zur Fremd- und Eigenwahrnehmung, Fortbildungssequenzen für Mulitplikator_Innen und andere Fachkräfte. Dies schließt die Evaluation, besonders hinsichtlich der Vernetzung in der Region, mit ein.